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Positionspapier zum Intermediäreinsatz

Signaturbündnis Niedersachsen empfiehlt Intermediär-Einsatz zur Herstellung von Interoperabilität

Das Signaturbündnis Niedersachsen empfiehlt den Einsatz eines Intermediärs als Lösung zur Überwindung der fehlenden Interoperabilität im elektronischen Geschäftsverkehr in Verwaltung und Wirtschaft. Durch das herausgegebene Positionspapier möchte das Bündnis für dieses Problem sensibilisieren, Möglichkeiten zum Erreichen der Interoperabilität bekannt geben und die Unterstützung des Landes Niedersachsen für eine Lösung bekräftigen.

Der Intermediär ermöglicht die Kommunikation und Transaktion unter Verwendung unterschiedlicher elektronischer Signaturen mit Fachanwendungen in Wirtschaft und Verwaltung. Bereits vorhandene elektronische Signaturen können in den Intermediär eingebunden werden, so dass für Unternehmen und Behörden, die bereits in Public Key Infrastrukturen investiert haben, Investitionsschutz besteht.

Ausgangsbasis

Im Letter Of Intent, mit dem das Signaturbündnis Niedersachsen auf der CeBIT am 18. März 2003 in Hannover gegründet wurde, bekräftigten die Unterzeichner aus Wirtschaft und Verwaltung,

"dass es abgestimmter kompatibler Lösungen bedarf, um die Interoperabilität unterschiedlicher Systeme und deren Kommunikationsfähigkeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung, auch auf unterschiedlichen Sicherheitsniveaus, zu gewährleisten. Dieses wäre der erste und wesentliche Schritt zur Erreichung einer durchgängigen Kommunikation, Interaktion und Transaktion."

Das Ziel des Signaturbündnis Niedersachsen besteht darin, die Einführung und Anwendung der elektronischen Signatur zum Nutzen des Standortes Niedersachsen in abgestimmter Weise voranzutreiben und ergibt sich aus der gemeinsamen konsensualen Interessenlage der Mitglieder.

Wirtschaft und Verwaltung verfolgen das Ziel einer Steigerung ihrer Effizienz. Die Erreichung dieses Ziels kann durch E-Government- und E-Business-Anwendungen für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Verwaltung sowie mit Bürgern und Kunden unterstützt werden.

Unter der Prämisse des Gleichheitsprinzips soll die Abwicklung geschäftlicher Prozesse über elektronische Medien im Zusammenhang mit Regieren und Verwalten für alle Partizipierenden gleich verfügbar sein.

Es soll keine Wettbewerbsbehinderungen durch technische Anforderungen geben.

Die mangelnde Interoperabilität der vorhandenen technischen Lösungen verhindert eine kritische Masse an Nutzung elektronischer Anwendungen insbesondere an der Schnittstelle Wirtschaft – Verwaltung sowie eine schnelle Ausweitung des Angebots an signaturrelevanten Anwendungen.

Lösungsmodell

Der Intermediär kann dieser Problemlage in seiner Eigenschaft als zentrale Kommunikationsstelle, die querschnittlich elektronische Signaturen verarbeitet, entgegenwirken. Er stellt eine Lösungsmöglichkeit zur Überwindung der fehlenden Interoperabilität unterschiedlicher Public-Key-Infrastrukturen (PKI) dar. Dabei ist der Intermediär in der Lage, elektronische Nachrichten auf ihre Gültigkeit hin zu prüfen, den Zeitpunkt des Eingangs rechtlich nachweisbar zu protokollieren und die Nachricht anschließend an den vorgesehenen Empfänger weiterzuleiten, und zwar ohne Einflussnahme auf den Inhalt der Nachricht. Der Vorteil der Zwischenschaltung eines Intermediärs bei der Kommunikation, Interaktion und Transaktion besteht somit durch den Nutzen als zentrale Service-Einheit. Der Intermediär lässt sich an neue rechtliche, technische und organisatorische Gegebenheiten und Standards anpassen, ohne dass sich Endanwender und automatisierte Fachverfahren mit diesen auseinandersetzen müssen.

Daher empfehlen die Mitglieder des Signaturbündnisses Niedersachsen Unternehmen und Behörden den Einsatz eines Intermediärs als Lösungsmodell. Dabei wird in jedem Einzelfall zu entscheiden sein, ob der Betrieb eines Intermediärs allein oder die gemeinschaftliche Nutzung im Verbund sinnvoll ist und ob gewährleistet ist, dass die vorhandene PKI an bestehende oder sich künftig entwickelnde Intermediäre angebunden werden kann, damit zukünftig eine problemlose und sichere elektronische Kommunikation möglich ist.

Nutzen

Der Nutzen für Verwaltung und Wirtschaft liegt im Bestandsschutz und in der Investitionssicherheit für bereits entwickelte Lösungen für elektronische Signaturen und Fachanwendungen. Voraussetzung hierfür ist die einmalige Anbindung der Fachverfahren und PKI an den Intermediär. Trotz der Unterschiede zwischen bestehenden technischen Lösungen kann dann die Kommunikation, Interaktion und Transaktion über einen Intermediär erreicht werden.

Die Standardisierung von Nachrichtenformaten und Transportprotokollen wird zukünftig einen noch effektiveren Einsatz von Intermediären ermöglichen. Daher begrüssen die Mitglieder des Signaturbündnisses Niedersachsen entsprechende Initiativen zur Standardisierung in Wirtschaft und Verwaltung.

Der Wettbewerb unter Anbietern von Signaturkarten und –software bleibt erhalten, da eine größere Zahl an Signaturkarten und Lesegeräte eingebunden werden und durch den Ansatz keine Festlegung auf lediglich ein Signaturverfahren/ eine Karte erfolgt.

Ausblick

Die Mitglieder des Signaturbündnisses Niedersachsen werden im Rahmen ihrer elektronischen Anwendungen, in denen elektronische Signaturen bereits jetzt oder künftig verwendet werden, den Einsatz des Intermediärs prüfen und das in dieser Erklärung empfohlene Lösungsmodell weiterentwickeln und verbreiten.

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